Die Inneneinrichtung im Heim war einfach gehalten. Die knappen Finanzen machten sich bis in die 1950er-Jahre an allen Ecken und Enden bemerkbar. Dazu kam die Vorstellung, Heimkinder an ärmliche, bescheidene Verhältnisse zu gewöhnen, die sie auch nach dem Heimaustritt zu erwarten hatten.
Das alte Klostergebäude eignete sich nur bedingt als Kinderheim. Geld für Renovationen wurde sparsam eingesetzt. Die Aufsichtskommission und der Direktor forderten in den 1940er-Jahren bei den zuständigen staatlichen Stellen wiederholt, aber erfolglos, mehr Geld für Sanierungen. Bis zur Errichtung von Neubauten in den 1950er- und 1960er-Jahren waren die sanitären Einrichtungen meist veraltet. Die Räumlichkeiten wirkten oft heruntergekommen und wegen sparsamen Heizens blieben sie meist kalt. Zudem war es eng: Stühle, Bänke und Betten wurden nahe aneinandergerückt. Auch die Kleidung der Kinder war oft abgetragen.
Spender und billige Arbeitskräfte
Heime waren auf Spendengelder und billige Arbeitskräfte angewiesen. Die staatlichen Subventionen blieben bis in die 1960er-Jahre auf einem bescheidenen Niveau und die Pflegegelder deckten lediglich einen Teil der Ausgaben.
Zur Deckung der Ausgaben waren Spenden notwendig. Mit ihrer Gabe unterstützten die Spender das Heim und drückten ihre Zustimmung aus. Den Wohltätern wurde zum Dank versprochen, dass die Heimkinder für ihr Seelenheil im Jenseits beten.
Unerlässlich war auch die Arbeit der Heimkinder in der Landwirtschaft, den Werkstätten, im Garten und im Haushalt. Das Heim war zudem auf den Einsatz von nicht ausgebildetem, kostengünstigem sowie von geistlichem Personal angewiesen, das praktisch für «Gotteslohn» arbeitete. Auch dieses günstige Personal wurde spärlich eingesetzt und war für eine grosse Kinderschar zuständig.