Das Essen im Heim beschreiben viele ehemalige Heimkinder als eintönig und schlecht. Speis und Trank mussten billig sein. Die finanziellen Mittel für das Essen waren beschränkt. In den Kriegszeiten mussten die Heime ihre Ausgaben noch weiter einschränken.
Gewisse Nahrungsmittel, wie Rahm, Honig, Beeren und Eier, kamen nur selten oder gar nie auf die Teller der Kinder und Jugendlichen, obwohl sie an deren Produktion in Garten und Landwirtschaft mitarbeiteten. Sie selber bekamen häufig Speisen wie Hafersuppe, Brot, Kartoffeln oder Kohl. Auch berichten ehemalige Heimkinder, dass gewisse Speisen Ungeziefer oder Maden enthielten oder schimmlig waren. Teurere Speisen, wie Fleisch, Butter oder Süssigkeiten, kamen nur an Sonn- oder Feiertagen auf den Tisch. Ab den 1960er-Jahren verbesserte sich das Essen allmählich.
Erinnerungen an das Essen im Heim
In den Erinnerungen ehemaliger Heimkinder spielt das Essen eine wichtige Rolle. Bis in die 1950er-Jahre ist Hunger ein wiederkehrendes Thema. Manche Kinder hatten oft Hunger. Teilweise behalfen sie sich mit Stehlen von Esswaren aus den Vorratskammern, dem Garten oder vom Feld. Anderen genügte die Essensmenge oder sie waren einfach froh, regelmässig zu Essen zu erhalten. Einige hatten Glück und bekamen von zu Hause Esswaren und durften diese auch verzehren. Ehemalige berichten auch, dass sie unter massivem Zwang Speisen essen mussten, die ihnen zuwider waren und sie ekelten – darunter auch Verdorbenes. Hunger empfanden Kinder oftmals, wenn sie als Strafe kein Essen erhielten.
Ehemalige Heimkinder berichten, dass das Heimpersonal jeweils anderes und besseres sowie reichlicheres Essen bekam als die Kinder.